Kategorie: startseite_beitrag

Gerne berichten wir…

 

…. von unserem Nepalaufenthalt vom 30. März bis 12. April 2016. 

Jeder unserer über Jahrzehnte erlebte Aufenthalt in Nepal trägt eine besondere Geschichte in sich:

Unser Hauptaugenmerk für diese Reise war abermals die sinnvolle und gut überlegte Verteilung der Spendengelder, bezüglich der Erdbebenopfer vom April/Mai 2015. Unsere Spendenaufrufe und Aktivitäten des letzten Jahres  haben sich erfreulich ausgewirkt. Viele Privatpersonen und Firmen und rotarische Freunde haben uns ihr Vertrauen zu Ausdruck gebracht. Auf diesem Wege von ganzem Herzen ein Dankeschön im Name aller, die wir somit unterstützen können.

Seit dem Erdbeben ist nun ein Jahr vergangen. Mehr als 400 Erdbeben sind seither gemessen worden. Die Regierung hält die Spendengelder zurück und die Menschen wohnen immer noch in ihren Notunterkünften. Ich bezeichne diese als Blechbüchsen. Es sind Wellblechplatten, die man gewölbt in den Lehmboden gesteckt und hinten und vorne mit Ausparungen für Fenster und Türe zugemauert hat. In der Monsunzeit ist es unerträglich heiß für Mensch und Tier in diesen Behausungen, im Winter eisig und kalt. Wieder steht der Monsun vor der Tür und die Menschen werden wieder mit dem zufrieden sein müssen, was sie haben. Für mich ist dies eine Schule der Selbstbeherrschung. Denn die Gleichgültigkeit der Regierung den Menschen gegenüber die Not leiden macht traurig und wütend zugleich. Wenn man sieht, wie gut und komfortabel die Minister in Kathmandu leben, sich herumchauffieren lassen mit Eskorten und Polizeibewachung, dann kommt mir nur ein Kopfschütteln.

Ich habe mich nun mit unseren Nachbarn ( … da, wo wir wohnen in Nepal … ) besprochen und ihnen die Unterstützung für den Wiederaufbau ihrer Häuser zugesagt. Geld verteilen wir in der Regel nie direkt. Dies hat sich bewährt und macht Sinn. Unser hervorragender Mitarbeiter Ashok und unser lieber Freund Gopal sind die Treuhänder der Spendengelder. Und das schon seit Jahren. Sie erhalten von den Bauern die Bedarfsaufstellung für Material und Arbeiterlöhne und dies wird direkt von uns beglichen. Bezahlt wird nur, was schon im Haus ist. Somit ist garantiert, dass das Geld dort hinkommt, wo es hin soll.

Private, aktive Nepalförderer und Unterstützer haben Wege gefunden, das Geld sicher nach Nepal zu bringen, ohne dass die Regierung die Hand darauf legen kann. Ashok hat uns, kurz nachdem wir mit unserer Spendenaktion begonnen hatten, mitgeteilt, dass die Regierung Nepals einen Erlass verfasst hat, dass sämtliche Spendengelder, die über die Banken eingehen, auf ein Zentralkonto weitergeleitet werden müssen. Und die Regierung wird sich um diese Gelder kümmern! Wir wissen, was dies bedeuten kann!!!

Die Regierung hat eigene Architektenteams beauftragt, „Earthquake resistant houses“ zu planen. Vorgaben, an die sich die Menschen halten müssen, damit sie die Unterstützung von der Regierung erwarten können. Allerdings sind die Häuser oft zu teuer für die einfachen Familien. Die Menschen sind verunsichert: „Baue ich nicht nach den Plänen der Regierung, bekomme ich auch keine Unterstützung. Baue ich danach, weiß ich nicht, ob ich überhaupt eine Unterstützung bekomme, allerdngs den Weiterbau des Hauses könnten ich mir ohne diesen Zuschuss nicht leisten!“ Also was tun? Somit warten viele noch auf die Bestätigung, dass das Geld erwartet werden darf.

Elmar versucht die Schule in der Nachbarschaft zu unterstützen. Diese braucht unbedingt eine neue Toiletten-Anlage. 350 Schüler und die unterrichtenden Lehrer würden davon profitieren. Durch unsere Wasserbohrung 2009 ist die Zufuhr von Wasser gesichert. Dies ist ja das Um und Auf.

Die Temperaturen waren bei diesem Aufenthalt in Nepal tagsüber sehr angenehm, fasst sommerlich. Starker Nachmittagswind bewirkt allerdings starke Austrocknung der Felder. Die Abholzung macht keinen Halt, Aufforstung der Wälder findet nicht statt. Die Erde ist der Sonne und dem Wind ausgesetzt und erschwert dadurch die Bewirtschaftung enorm. Es gibt kaum Regen von September bis Ende April/Anfang Mai. Ist der Monsun zu stark, schwemmt der viele Regen die frisch gesetzten Reis und Getreidepflanzen weg. Ist der Regen zu schwach bis gar nicht, dorrt die Sonne die Pflänzchen aus. Immer wiederholt sich dieses grausame Spiel zwischen Mensch und Natur.

Doch wir lieben dieses Land!!! Wenngleich uns Traurigkeit und auch Hilflosigkeit immer wieder einholen. Das Land wäre so wunderschön, die Menschen hätten alles was es braucht, um es wieder zu einem Juwel zu machen. Die Regierung ist korrupt und selbstsüchtig. Die wenigen Politiker die sich wirklich für das Land und das Volk engagieren werden abgesetzt oder weit weg in Gebiete versetzt, wo sie „keinen Schaden“ anrichten können.

Doch immer wieder öffnen sich unsere Sinne für das, was so schön und besonders sich hinter der verstaubten Luft, sich hinter den Müllbergen und hinter den Schwierigkeiten Nepals verborgen hält. Wie überall, so muss man auch hier, gerade hier in Nepal, mit den Augen des Herzens sehen. Dann scheinen sich die Gesichter der Menschen zu erhellen und man hat den Eindruck von Glück. Ich spreche allerdings mehr von Zufriedenheit. So richtig glücklich ist wohl Keiner. Doch zufrieden mit dem was sie haben und was ihnen möglich ist, das spüre ich.

Die Schönheit der Landschaft spiegelt sich in der Schönheit der Menschen wieder. Natürlich und farbenfroh, so, wie es auch bei uns in manchen Gebieten ist. Die Farbe heitert das beschwerliche Leben auf. Auf den Feldern die Frauen in ihren bunten Gewändern und für jeden Gruß dankbar, den man ihnen zuruft oder mit Handzeichen schickt. Der Duft der Erde, die Bauern mit ihren Tieren unmittelbar beim Haus und im Haus, die Gerüche, wie ich sie von meiner Oma kenne. So viele Dinge erinnern mich an meine Kindheit und ließen mich vom ersten Besuch an, alles vertraut fühlen.

Diese junge Mama hat vor einigen Jahren ihren Mann auf tragische Weise verloren. Seither ist Familie-Nepal, Erdbebenopfersie für ihre Kinder und ihre Schwiegermutter alleine verantwortlich. Ein schweres Schicksal für eine Frau in Nepal. Das Erdbeben vor einem Jahr hat ihr Haus schwer beschädigt. Dennoch wohnt die kleine Familie darin, weil sie keine andere Möglichkeit des Wohnens hat. Mit einem Teil Ihrer Spendengelder, liebe SpenderInnen, wird das Haus für ein sicheres Wohnen hergerichtet. Zudem unterstützen Sie mit Ihren Spenden auch einen Teil der Schulkosten des kleinen Jungen für die nächsten drei Jahre. Sechs Euro pro Monat kann die junge Mutter kaum aufbringen, um die gesamten Schulkosten zu finanzieren, die zum Teil von der Schule übernommen werden. Ich freue mich, dass durch Ihre Unterstützung diese junge Frau ein wenig Erleichterung findet. Danke!!!

Helga Hagen W / April 2016

 

 

Herstellung der Filzprodukte

Fotoausstellung Filzherstellung_Layout 1-2Hier befinden wir uns in der Filzwerkstatt von Sharada (Bild unten v. r. n. l.: Sharada, Sunita, Mitbegründerin und Präsidentin der Organisation „Hilfe zur Selbsthilfe“ und ich).
Sharada erfüllte sich als junge Lehrerin einen Traum und wurde Schneiderin. Gegen den Willen ihres Mannes begann Sharada mit einer kleinen Näherei und wurde zu einer gefragten Schneiderin.
In dieser Zeit schlossen sich mehrere, erfolgreiche und wohlhabende Frauen zusammen, darunter auch Sharada und Sunita, gründeten die Organisation „Hilfe zur Selbsthilfe“ und begannen, Handwerkstätten für mittellose und sozial schlecht gestellte Frauen aufzubauen, um deren Selbstwert, Lebensbedingungen und deren Unabhängigkeit zu unterstützen.
Menschenfreundliche Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung haben Priorität.

In den Runspecifiedäumlichkeiten der Filzwerkstätte von Sharada ist es hell und freundlich.
Die Frauen freuen sich über jeden Besuch und zeigen mit Stolz ihre schönen Produkte, die sie herstellen. Alles ist Handarbeit.
An der Sonne werden die Filzprodukte zum Trocknen ausgelegt. Garten und Innenhof gestalten sich zu einer heiteren Farbfläche.

Wenn wir in Nepal sind, bespreche ich anhand von Zeichnungen die Designs. Die Details werden sofort hergestellt und besprochen. Das bedeutet viele Stunden Zusammenarbeit, bis wir uns sicher sind, Sharada, ihre Mitarbeiterinnen und ich, dass alles richtig verstanden worden ist.

Nepal Februar März 2012 050Genau betrachtet unterscheiden sich die „technischen“ und handwerklichen Möglichkeiten nicht wirklich von den unseren oder von denen, die wir vor vielen Jahren selber verwendet haben.
Immer wieder bewundere ich das einfache aber geschickte Denkvermögen dieser Menschen.
„Das Problem ist …..“ Diese Aussage höre ich nicht. Es gibt immer eine Lösung und meist ist diese so einfach, dass man sich ärgern könnte, dass man nicht selbst dahinter gekommen ist.

 

Nepal Februar März 2012 060

Holzmodeln wie aus Großmutters Zeiten.
Für größere Aufträge werden die Wollballen farblich sortiert und ausgelegt.

 

 

 

Nepal Februar März 2012 045Nun kommt die Schneiderei zum Zug.
Hier werden alle Näharbeiten gemacht, sei es Innenfutter für Taschen oder Mützen oder das Annähen der Dekors an die verschiedenen Filzprodukte.

Und mit Stolz darf ich die wunderschönen Filz-Besonderheiten präsentieren.

Mit der Hilfe von vielen liebenswerten Menschen ist es möglich, meine Ideen zu verwirklichen.
Mit großem Dank und mit Wertschätzung stehe ich vor diesen Frauen.
Ich danke allen die helfen, die Organisation von Sunita und Sharada zu unterstützen, für eine ganz besondere Hilfe zur Selbsthilfe.

Unsere Manufaktur

Durch aufmerksames Zuhören, handwerklichem Gespür und Freude am schöpferischen Schaffen, entstehen in unserer Manufaktur überraschende Lösungen. Unter alles können wir den Begriff „handmade“ setzen. Dazu stehen wir! Verschiedene Handarbeiten vergeben wir an die Werkstätten der Lebenshilfe und andere soziale Organisationen.

Beispiele:

  • Geschenksartikel und Packaging aus handgeschöpften Himalaya-Papieren.
  • Firmen-Jahresberichte
  • Mappen und Umschläge mit Blind- und Heißprägungen
  • Jubiläen und Anlässe
  • Einladungen und Ausstattungen
  • Sonderanfertigungen
  • Edel-Editionen mit Laser-Oberflächenbehandlung, Strass*- und Stickereidekor

* Kunststoff Schmucksteine

Herstellung von ChadiKo Silber-Accessoires

Hagenpur_Chadiko_HerstellungIn alter Kunsthandwerkstradition werden in Nepal einzigartige Dekor-Accessoires in Handarbeit unter der Führung des jeweiligen Meisters, vorwiegend von Frauen, gefertigt.

 

 

 

 

IMG_Hagen_Chadiko_Herstellung

Das ist die Familie des Silberschmieds in Nepal. Mit Stolz zeigen sie uns die Herstellung von ChadiKo-Silberdekor. Wir bekommen Nepali-tea und gepresste Haferflocken mit Hühnercurry. Es schmeckt hervorragend und wir staunen darüber, wie ChadiKo entsteht.

 

 

 

Hagen_silberschmuck_form

Einzelne, kleine Stücke werden von Drahtstäben geschnitten, für das jeweilige Sujet gebogen und wie hier z. Bsp. auf dem Bild zu sehen ist, für eine Kugel auf eine feuchte Keramikform gelegt, damit die einzelnen Teilchen nicht verrutschen. Die Herstellung von ChadiKo ist sehr aufwendig. Viel Geduld und Aufmerksamkeit ist gefordert.

 

Hagen_Silberschmuck_loeten

Sind die Sujets zusammengefügt, werden diese gelötet. Alle Prozesse sind Handarbeit und erfordern Konzentration und Geschick!

 

 

 

 

Hagen_Silberschmuck_Kugeln

Nach dem Löten wird der getrocknete Ton herausgeklopft, die ChadiKo-Sujets werden gebürstet, versilbert und gereinigt.

 

 

In Verbindung mit natürlichen Werkstoffen und Materialien wie Himalaya-Papier, Leder, Holz, etc. können kreative Besonderheiten entstehen. Auch für Geschenkverpackungen und Dekorationen, Einladungen und Feierlichkeiten, eignet sich ChadiKo bestens. Mit dem Erwerb dieser seltenen Kostbarkeiten helfen Sie mit, die sozioökonomischen Bedingungen Nepals, einem der ärmsten aber auch schönsten Länder zu verbessern. Darüber hinaus werden mit einem Teil der gemeinsamen Wertschöpfung Trinkwasserprojekte ermöglicht und gefördert.

Herstellung des Himalaya Papiers

Bild007_

Das von uns verwendete Himalaya-Papier stammt aus Bhutan und Nepal. Dort wird es nach alter Tradition von Hand hergestellt. Ursprünglich für Klöster, deren Lamas und Mönche es zur Verarbeitung von Heiligen Schriften (Sutren) benötigten. Die Papierschöpfer sind demnach nicht nur Handwerker, sondern Mitglieder einer spirituellen Gemeinschaft. Ihre Arbeit ist Auftrag mit einem tiefen Sinn. In Bhutan, Daphne oder Edgeworthia, in Nepal Lokta genannt, gehören die Buschpflanzen (Daphne Papyrifera) der Seidelbast-Familie an. Diese wird der Heilpflanzen zugeordnet.

 

Bild009_

Vorwiegend die Frauen und Kinder sammeln die Rohstoffe des auf 2000 bis 3000 Metern Höhe wachsenden „Lokta“-Strauches. Die Strauchteile werden lange Zeit in Wasser weichgekocht. Denn dann ist es möglich, die Rinde und den Bast zu trennen. Dieser Bast befindet sich zwischen Rinde und Holzkern. Rinde und Holzkern werden wieder getrocknet und später als Brennmaterial weiterverwendet. Zum Herstellen des wunderbaren handgeschöpften Papieres, nimmt der Papierschöpfer den Bast, welchen die Frauen zu feineren Faserteilen zerkleinern.

 

Bild008_

Im „Beater“, wie in dieser schon etwas moderneren Werkstätte, wird der Bast „weich und fein geschlagen“, nicht gemahlen, damit die Fasern nicht zerschnitten werden. Die daraus entstehende „Pulpe“ ist nun fertig für den Papierschöpfvorgang.

 

 

 

 
IMG_0217Die „Pulpe“ wird mit reinem Quellwasser in einem großen Trog verrührt, damit sich Klümpchen auflösen und sich die Fasern voneinander „befreien“. Mit einem Holzrahmen, in welchen ein feines Metallsieb eingespannt wurde, schöpft der Papierschöpfer nun die Pulpe heraus. Es ist eine enorme Gefühlssache, dass der Papierschöpfer ziemlich genau die Papierstärke schöpft, die er braucht. Es braucht viel Kraft, um diese großen Blätter, eines nach dem anderen zu schöpfen. In Bhutan machen das die Männer, in Nepal auch viele Frauen.

Bild006_Neg.Nr

Es gibt viele Möglichkeiten, das Papier zu gestalten. Beim „Einschöpfen“ von Blütenblättern, Gräsern, Samen, feinen Zweiglein, schöpft der Papierschöpfer ein hauchdünnes Blatt. Darauf legt er die gewünschten Materialien.

 

 

 

 

Bild005_Neg.Nr

Nach dem Gestalten mit anderen Materialien, zieht der Papierschöpfer den Schöpfrahmen abermals durch die Pulpe und schließt mit einer weiteren dünnen Schicht die eingeschöpften Teile. Das geschöpfte, noch nasse Blatt, wird mit Wasser besprüht, damit sich die Fasern ganz „aufeinander“ legen.

 

 

 

IMG_0220

Das Papier wird luftgetrocknet. Wer sich bis dahin gehetzt und gestresst gefühlt hat, wird nun ruhig und gelassen.

 

 

 

IMG_0221

Mit einer Papierwaage wird das Gewicht des Papierbogens eruiert. Das Papier wird sortiert und kann als Naturpapier verkauft werden. Oder es wird noch eingefärbt. Hierzu verwendet man heute nicht mehr nur Pflanzen und Naturmaterialien, z. Bsp. die Tollkirsche, Zwiebeln, Rinden, Gewürze, sondern auch synthetische Farben, die die Farbpalette weiter bereichert haben.

 

 

IMG_0018_1Mit Freude erleben wir die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Dornbirn. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sofort das Besondere an diesem Papier gespürt. Dieses Papier benötigt viel Zeit, Aufmerksamkeit und Handarbeit. Da jedes Blatt ein Unikat ist und keines dem anderen gleicht, schätzen wir die Geduld der MitarbeiterInnen in der Lebenshilfe Dornbirn. Sie sind bereit, behutsam und mit Wertschätzung mit dieser reinen Pflanze in Form eines Papiers umzugehen.